Arbeitskreis Beratungsprozesse

Versorgung Hinweise

Konkrete Erläuterungen zu den Änderungen im Versorgungsbereich, Januar 2017

2016 stand die Erarbeitung eines Analysebogens „Altersvorsorge und Geldanlage” im Vordergrund. Als Herausforderung erwies sich dabei die Kombination von freier Geldanlage und der expliziten Absicherung des Langlebigkeitsrisikos.

Der Analysebogen „Altersvorsorge und Geldanlage“ umfasst dabei drei Hauptbereiche eines Risikoprofils, das sich aus den Bereichen Risikotragfähigkeit, Risikobewusstsein und Risikobereitschaft zusammensetzt:

  1. Risikoprofil: Analytische Beschreibung des Kunden und seines spezifischen Hintergrundes in den Dimensionen Risikotragfähigkeit, Risikobewusstsein/Kenntnisse & Erfahrungen sowie Risikobereitschaft. Jede Dimension kann den limitierenden Faktor für die Übernahme von Anlagerisiken darstellen. Das Anlegerprofil des Kunden spielt daher eine ebenso zentrale Rolle für nachhaltige Anlageentscheidungen wie das Anlageziel.
  2. Risikotragfähigkeit (oft auch: finanzielle Verhältnisse): Analyse des Kunden bzw. des Haushalts auf seine materielle Risikobelastbarkeit. Hierzu gehört die Frage, ob die existenzzerstörenden Risiken (GAU-Risiken) hinreichend abgesichert sind und ggf. Total- oder Teilverluste von Anlagen aus dem Einnahmen/Ausgaben-Überschuss oder dem Vermögen getragen werden können.
  3. Risikobewusstsein (meist: Kenntnisse & Erfahrungen): Analyse des Kunden auf seine fachliche Risikobelastbarkeit. Diese steigt in dem Maße, wie der Kunde die in Frage kommenden Anlageformen in ihrer Funktionsweise versteht und/oder bereits Erfahrungen damit gesammelt hat.
  4. Risikobereitschaft (oft auch: Risikoneigung oder -toleranz): Analyse der Anlegerpersönlichkeit (Risikoaffinität bzw. -aversion). Sie gilt als weitgehend stabiles Persönlichkeitsmerkmal und verändert sich in der Regel nur nach sehr einschneidenden Erlebnissen sowie mit zunehmendem Lebensalter.

Neben der Erfassung des Ist-Zustand und der Aufnahme der Wünsche und Ziele des Kunden werden diese Bereiche umfassend erfasst, um eine möglichst detaillierte Beratungsgrundlage zu erhalten, die dann bei der eigentlichen Beratung immer wieder als Prüfschema zu Rate gezogen und kontrolliert werden kann. Neben weichen Merkmalen, wie etwa den Details zur Lebensplanung, kann die Erfassung des Ist-Zustands, also etwa Rentenanwartschaften, Vermögen und Verbindlichkeiten oder Einnahmen und Ausgaben, entweder in kürzerer Form direkt im Analysebogen „Altersvorsorge und Geldanlage“ erfolgen oder mithilfe der detaillierten Erfassungsbögen.

 Aktuelle Dokumentenliste „Versorgung“

  • Kundenbasisdaten, einschließlich der optionalen Kundenbasisdaten bei der Beratung zur Versorgungs- bzw. Krankenabsicherung
  • Erfassungsbogen „Einnahmen und Ausgaben“ (Ermittlung freier Liquidität)
  • Erfassungsbogen „Vermögen und Verbindlichkeiten“
  • Risikoanalyse „Arbeitskraftabsicherung“
  • Risikoanalyse „Todesfallabsicherung“
  • Analyse „Altersvorsorge und Geldanlage“